Die E-Gitarre ist ein Instrument, das wie kein zweites die musikalische Entwicklung im zwanzigsten Jahrhundert beeinflusst hat. Sie ist das bestimmende Instrument der Rockmusik und nimmt auch in Blues und Jazz eine wichtige Rolle ein. Viele aus diesen Bereichen entstandene Musikrichtungen werden ebenfalls vom Klang der E-Gitarre bestimmt.
Die Entwicklung der E-Gitarre
Die normale Gitarre ist eines der ältesten Instrumente der Menschheit. Instrumente, die der modernen Gitarre sehr ähnlich waren, wurden bereits vor 5000 Jahren benutzt. Die Gitarre war ein beliebtes Instrument in vielen Musikgruppen. Ab 1920 entwickelte sich ein Bewusstsein dafür, dass in vielen Bands die Gitarre nicht richtig zur Geltung kommt. Da beispielsweise Blasinstrumente im Vergleich zur Gitarre sehr laut sind, hört man als Zuhörer den Klang der einzelnen Saite kaum. In größeren Gruppen konnte die Gitarre daher nur als Rhythmusinstrument verwendet werden, da sie nur bei dieser Spielweise, bei der alle Saiten gleichzeitig angeschlagen werden, hörbar war. Die Liebhaber des Klangs der Gitarre entschlossen sich daher, die Lautstärke der Gitarre zu erhöhen. Nachdem erste Versuche mit vergrößerten Klangkörpern keinen Erfolg brachten, setzte sich die Überzeugung durch, dass man dieses Ziel nur durch eine elektrische Verstärkung erzielen könne.
1931 entwickelten George Beauchamp und Adolph Rickenbacker den ersten Tonabnehmer, der die Schwingungen der Saiten aufnehmen und in ein elektrisches Signal umwandeln konnte. Mit dieser Erfindung konnte bereits kurze Zeit später die erste E-Gitarre hergestellt werden, die unter dem Beinamen "Rickenbacker Frying Pan" berühmt wurde. Das Patent für die E-Gitarre wurde 1932 eingereicht, jedoch erst 1937 erteilt. Ein Grund für die lange Bearbeitungsdauer war, dass die Mitarbeiter des Patentamts Zweifel daran hatten, dass dieses Instrument überhaupt spielbar sei. Daraufhin schickte Rickenbacker eine Gruppe Musiker nach Washington, um mit einem Ständchen die Mitarbeiter des Patentamtes zu überzeugen.
Etwa zehn Jahre später setzte Lester William Polfus, der den Spitznamen Les Paul trug, einen massiven Holzblock in die elektrische Gitarre ein. Diese Entwicklung führte 1948 zur Entwicklung der ersten E-Gitarre mit massivem Korpus. So entstanden weniger Rückkopplungen und einen länger anhaltender Ton. Eine der berühmtesten E-Gitarren, die Gibson Les Paul, trägt diesen Namen zu Ehren dieses Pioniers unter den Gitarrenbauern. 1950 wurde mit der Telecaster des Herstellers Fender die erste E-Gitarre in Massenfertigung produziert.
Einfach Gitarre lernen
Die E-Gitarre zeichnet sich dadurch aus, dass es relativ einfach ist, das Spielen auf diesem Instrument zu erlernen. Bereits nach wenigen Übungseinheiten ist man in der Lage, die ersten einfachen Akkorde zu spielen, die für eine einfache Liedbegleitung bereits ausreichen. Im Internet finden sich zahlreiche Beschreibungen, mit denen man einfach gitarre lernen kann. Viele bekannte Gitarristen erlernten das Gitarrespielen selbstständig ohne einen Gitarrenlehrer. Jedoch benötigt man dafür sehr viel Übung und musikalisches Talent.
Die Musik, die mit der E-Gitarre dargeboten wird, lebt immer auch zu einem großen Teil von Improvisation und eigenständig entwickelten Melodien. Ein Gitarrenlehrer kann sicherlich am Anfang große Hilfestellungen geben, sodass man die wichtigsten Grundzüge des Instruments schnell beherrscht. Die größten Künstler auf der E-Gitarre zeichnen sich jedoch gerade dadurch aus, dass sie über die erlernten Grundlagen hinauswachsen und eigenständige Stile entwickelten.
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